Ökumenisches Studentenwohnheim
Das ehemalige Ökumenische Studentenwohnheim, Vahrer Straße 249, in Bremen-Hemelingen, Ortsteil Sebaldsbrück, wurde im 20. Jahrhundert erbaut. Es wird aktuell (2026) umgebaut.
Das Gebäude steht seit 2021 unter bremischem Denkmalschutz.[1]
Geschichte
Bremen hatte in den 1960er Jahren noch keine Universität, aber an den Hoch-, Fachhoch- und Fachschulen bis zu 4000 Studierende. Diese wohnten zumeist zu Hause (in Bremen um 50 %, außerhalb mit oft langen Fahrzeiten um 25 %) sowie zur Untermiete (1965 um 1000). Nur für 2,8 % der Studierenden gab es Wohnungen in nur zwei Studentenwohnheimen (im Bund waren es 9 %). Das Deutsche Studentenwerk (Bonn) forderte 1958 für 30 % der Studierenden Wohnheimplätze; eine Zahl, die auch nicht annähernd je erreicht wurde.[2] In Deutschland wurden im Jahr 2024 etwa 240.000 Pätze für 2,4 Mio. Studierende bereitgestellt (= 10 %), im Land Bremen 2234 Plätze für rund 30.000 Studierende (= 7,8 %).[3]
Das viergeschossige, verklinkerte Studentenwohnheim wurde 1961/62 nach Plänen von Carsten Schröck (Bremen) für den kirchlichen Verein Bremens Ökumenisches Wohnheim gebaut. Drei Wohntrakte in Ost-West-Ausrichtung, in der Bauflucht gegeneinander versetzt, sind miteinander verbunden, mit je acht 1-Raum-Appartements in den Obergeschossen. Die Materialien Beton, Klinker, Holz und Glas dominieren. Dunkel gebrannte Klinker sind nicht nur für die Außenfassade, sondern auch im Inneren sichtbar und unverputzt gelassen. Die Wohnräume haben nur rund 8 m² Wohnfläche. Großzügig bemessen sind hingegen die Gemeinschaftsräume, deren Aufenthaltsqualität durch Balkone gesteigert wurde.
Nach längeren Leerstand wurde das Gebäude 2021 von der Kirche an einen privaten Investor verkauft. Es soll nach Umbau einer neuen Nutzung im sozialen Bereich zugeführt werden.[4]
Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… bei der Art des Umgangs mit den Baumaterialien des Wohnheims vertrat der Architekt Schröck ästhetische Ausdrucksmittel, die in der Kunst- und Architekturgeschichte rückblickend als "brutalistisch" bezeichnet werden ….“
Einzelnachweise
- ↑ Denkmaldatenbank des LfD
- ↑ Roland Kutzki: Studentenwohnheime in Bremen. Studentenbund Bremen (Hg.), Bremen 1967.
- ↑ Deutsches Studierendenwerk: Wohnraum für Studierende – Statistische Übersicht 2024
- ↑ Christian Hasemann: Ein überraschendes Denkmal. In: Weser Kurier vom 27. Okt. 2025
Koordinaten: 53° 4′ 27″ N, 8° 53′ 5″ O