Évariste-Vital Luminais

Évariste-Vital Luminais (* 13. Oktober 1821 in Nantes; † 15. Mai 1896 in Paris) war ein französischer Maler. Er ist vor allem für Werke bekannt, die die frühe französische Geschichte darstellen, und wird manchmal als „Maler der Gallier“ bezeichnet.[1][2][3]

Biografie

Évariste-Vital Luminais wurde in Nantes geboren. Mit 18 Jahren ging er nach Paris, um bei dem Maler und Bildhauer Auguste-Hyacinthe Debay zu studieren. Ab 1839 setzte er sein Studium bei Léon Cogniet fort und wurde anschließend Schüler von Constant Troyon, der als sein wichtigster Lehrer gilt.[1][4][3]

Évariste-Vital Luminais führte ein Atelier in Paris, verbrachte die Sommermonate jedoch regelmäßig in seinem Haus La Petite Mer Rouge im bretonischen Douadic. Dort entstanden zahlreiche Werke, die sich mit der bretonischen Landschaft und dem ländlichen Alltag auseinandersetzen. Im Jahr 1869 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Ab 1843 stellte er regelmäßig im Pariser Salon aus und erhielt dort mehrfach Auszeichnungen, darunter Medaillen in den Jahren 1852, 1855, 1857 und 1861. Évariste-Vital Luminais starb im Alter von 75 Jahren in Paris und wurde auf dem kleinen Friedhof in Douadic begraben. Seine Geburtsstadt Nantes hat eine Straße nach ihm benannt.[3]

Werk

In der kunsthistorischen Forschung wird Évariste-Vital Luminais überwiegend als Historienmaler bezeichnet. Seine Motive sind jedoch häufig eine Mischung aus Historienbild und anekdotischer Genreszene. In der Tradition der akademischen Malerei des 19. Jahrhunderts schuf er kraftvoll ausgeführte, pastos gemalte Ölbilder zu Themen aus der Geschichte der Gallier, Franken und Normannen. Charakteristisch ist ein stark typisiertes Heldenbild, das weniger auf historischer Genauigkeit als auf einer wirkungsvollen Inszenierung beruht und dem Geschichtsverständnis der Dritten Republik zu Luminais' Zeit entsprach.[3]

Einen Höhepunkt seines öffentlichen Erfolgs erreichte Luminais im Salon von 1880 mit dem Gemälde Les énervés de Jumièges, das große Resonanz fand und von der Art Gallery of New South Wales in Sydney erworben wurde. Repliken und Ölskizzen des Werkes befinden sich im Musée des Beaux-Arts de Rouen. Neben den Historienbildern entstanden Darstellungen des bretonischen Alltags, insbesondere Szenen aus dem Leben von Fischern und Hirten, die sich durch eine zurückhaltende Farbgebung auszeichnen. Als passionierter Jäger und Naturfreund schuf Luminais zudem Jagdszenen und Tierdarstellungen, in denen der Einfluss seines Lehrers Constant Troyon erkennbar ist. Darüber hinaus war er als Dekorationsmaler tätig. Zwischen 1886 und 1889 beteiligte er sich an der Ausgestaltung der Kuppel der Bourse de commerce (Paris) und schuf im Rahmen des monumentalen Freskenzyklus Histoire du Commerce entre les cinq continents die Komposition L’Amérique du Nord.[3]

Literatur

  • Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Dictionnaire des petits maîtres de la peinture, Les Éditions de l’Amateur, Paris, 2003.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006.
Commons: Évariste-Vital Luminais – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Évariste Vital Luminais. Art Gallery NSW (englisch)
  2. Evariste Vital Luminais. St. Johnsbury Athenæum (englisch)
  3. a b c d e Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris 2006.
  4. Evariste-Vital Luminais. askART (englisch)