Émile Aubry

Émile Aubry (* 18. April 1880 in Sétif, Algerien; † 1964 in Voutenay-sur-Cure) war ein französischer Maler.

Leben

Émile Aubry wurde 1880 im damals französischen Sétif in Algerien geboren. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der École des beaux-arts in Paris, wo er Schüler von Jean-Léon Gérôme und Gabriel Ferrier war. Bereits früh nahm er erfolgreich an akademischen Wettbewerben teil. 1905 erhielt er den zweiten Grand Prix de Rome für das Werk Silène enchaîné par des bergers, 1907 folgte der erste Grand Prix de Rome für L’Inspiration. Seit 1904 stellte Aubry regelmäßig im Salon des Artistes Français in Paris aus. Für seine dort präsentierten Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter 1910 mit einer Medaille dritter Klasse für Après-Midi und 1920 mit der Goldmedaille des Pariser Salons. 1926 wurde ihm der Prix Henner verliehen. Darüber hinaus erhielt er staatliche Ehrungen, darunter 1925 das Ritterkreuz und 1938 den Rang eines Offiziers der Légion d’Honneur. Émile Aubry war Mitglied des Comité des Artistes Français und übernahm 1935 den Vorsitz der Jury. Ebenfalls seit 1935 war er Mitglied des Institut de France. Émile Aubry starb 1964 in Voutenay-sur-Cure.

Werk

Émile Aubry widmete sich vor allem pastoralen und mythologischen Sujets, die in einer akademisch geprägten Malweise ausgeführt sind. Gleichzeitig zeigt sein Werk eine ausgeprägte Neigung zu orientalischen Themen und nordafrikanischen Landschaften, die auf seine algerische Herkunft verweisen. Beispiele hierfür sind die Darstellung jüdischer Frauen aus Constantine mit dem Titel Retour de promenade sowie das Landschaftsgemälde View of Ghardaia.

Zu seinen bekannten Werken zählen Bacchanale ou L’Éducation de Bacchus, das 1929 vom Musée d’Orsay in Paris angekauft wurde, Silène enchaîné par des bergers im Museum von Sétif sowie Le Soir im Musée des Beaux-Arts in Troyes. Aubry war über mehrere Jahrzehnte hinweg eine feste Größe im offiziellen französischen Kunstbetrieb der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Literatur

  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 1: A – Bedeschini. Paris, 2006.