Äbtepalast zu Oliva

Der Äbtepalast zu Oliva war die Residenz des Abtes beim Zisterzienserkloster in Oliva (Polen). In direkter Nachbarschaft liegen das Kloster und der Dom zu Oliva.

Geschichte

Residenz von Äbten und Fürstbischöfen

Der Bau des Palastes erfolgte von 1754 bis 1756 und wurde vom letzten polnischen Abt des Zisterzienserklosters, Jacek Rybiński (1701–1782), finanziert. Er ist eine Erweiterung des im 15. Jahrhundert errichteten sogenannten „Alten Äbtepalastes“. Nach der ersten Teilung Polens diente der Palast zeitweise als Residenz des Fürstbischofs von Ermland.

Nach langen Verhandlungen wurde am 5. Januar 1830 der „Vertrag zur Regulierung der Diözesanangelegenheiten der katholischen Einwohner des Herzogtums Oldenburg“ unterzeichnet, nach dem Verhandlungsort, dem Sitz des Fürstbischofs, meist als Konvention von Oliva bezeichnet. Damit wurde ein Bischöflich Münstersches Offizialat geschaffen und dessen Offizial gegenüber dem Bischof von Münster eine weit reichende Autonomie zugesprochen.

Nach der Säkularisation

Am 1. Oktober 1831 wurde das Kloster in Oliva säkularisiert und seine Güter zwischen der Stadt Danzig und dem preußischen König aufgeteilt. Der Äbtepalast blieb sehr lange ungenutzt. Erst 1926 wurde das Staatliche Landesmuseum für Danziger Geschichte dort eingerichtet.

1945 total ausgebrannt, wurde der Palast in den 1960er Jahren wiederaufgebaut, als Sitz der Ethnographischen Abteilung des damaligen Pommerschen Museums. Seit 1989 wurde im Palast die Abteilung für Zeitgenössische Kunst des Danziger Nationalmuseums eingerichtet.

Commons: Äbtepalast zu Oliva – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Maria Bogucka: Das alte Danzig. Koehler und Amelang, Leipzig 1987, ISBN 3-7338-0033-8.

Koordinaten: 54° 24′ 39,1″ N, 18° 33′ 37″ O